Fleischlos glücklich

Sächsische Zeitung berichtet über das RajMahal


Rajiv Kumar Sharma setzt auf frisches Gemüse. Im RajMahal auf der Förstereistraße kommen nur vegetarische und vegane Speisen auf den Tisch. Im Dezember öffnet die zweite Filiale des indischen Restaurants.

In der Neustadt eröffnet im Dezember bereits die zweite Filiale des Inders RajMahal. Hier gibt es vieles. Nur eines nicht.

Artikel von Claudia Rausch

und Sarah Herrmann

Foto © René Meinig

mit freundlicher Genehmigung

der Sächsischen Zeitung

An gelben Wänden hängen Bilder mit asiatischen Motiven. Rote Stühle stehen an massiven, braunen Holztischen. Dazwischen Pflanzen, überall. Rajiv Kumar Sharma betreibt bereits seit Februar mit seiner Frau zusammen das RajMahal, indisch für Königspalast, auf der Förstereistraße in der Neustadt. Der Inder hat sich und vielen anderen Landsmännern ein Stück Heimat nach Dresden geholt. Doch dieses Restaurant unterscheidet sich von anderen. Indisches Essen gibt es hier. Aber keine Gerichte mit Hähnchen, Lamm oder Fisch. Hier gibt es nur vegetarische und vegane Küche. Das kommt scheinbar an: Im Februar wird die zweite Filiale eröffnet.

 

„Authentisch Indisch, das ist eigentlich alles ohne Fleisch“, sagt Sharmas Frau. 40 Prozent der Inder und sogar 80 Prozent der Hindus sind Vegetarier. Unter den Hindus habe sich in den vergangenen Jahrzehnten eine vollwertig vegetarische Küche entwickelt. Es fehle ihnen an nichts. Viele alte Menschen seien dort noch im hohen Alter geistig fit, innerlich gesund. Dass viele Inder mit Fleisch nichts zu tun haben möchten, zeigt sich auch in der Gastronomie. Die Restaurants in Indien sind zweigeteilt. Wenn sie Fleisch mit anbieten, dann haben sie zwei Küchen. Ein Koch bereitet die Fleischgerichte zu, ein zweiter rührt kein Fleisch an. Das kommt noch nicht einmal in die Nähe der vegetarischen Küche.

 

In seiner Heimat hat Sharma das Kochen gelernt. Er hatte damals schon sechs Kantinen mit 60 Mitarbeitern an indischen Schulen. Seit 2001 baute er sich dieses Standbein auf. Er bekochte Kleinkinder und junge Erwachsene bis 18 Jahre. Dann lernte er seine deutsche Frau kennen. Die Liebesgeschichte klingt wie aus einem Drehbuch. Sie lernten sich im Oktober 2012 über das Internet kennen. Ein guter Freund der Dresdnerin, ebenfalls Inder und mit einer Deutschen verheiratet, flog nach Delhi und lernte Sharma dort kennen. Es war eine Art Vorstellungsgespräch. Er nahm extra eine achtstündige Reise quer durch das Land auf sich. Sharma bestand die Prüfung: Mit dem Segen des Freundes heirateten die beiden im Januar 2013.

 

Deutsche essen 60 Kilo Fleisch

 

Das Ehepaar ernährt sich selber nur vegetarisch. Es wünscht sich auch von den Deutschen einen kontrollierten Konsum. „Wer gesund leben möchte, sollte entweder ganz auf Fleisch verzichten oder wenigstens reduzieren“, sagt Sharma. Es geht dabei nicht um Verzicht. Sie wünschen sich ein Maß, wie die Deutschen vor 50 Jahren hatten: Es gab den Sonntagsbraten, der wurde aufgeteilt, und den Rest der Woche gibt es vegetarisch. „Fleisch war ein Luxusgut, inzwischen ist es ein Massenprodukt.“ Das bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen.

 

Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung haben die Deutschen im Jahr 2016 durchschnittlich 60 Kilogramm pro Kopf zu sich genommen, rund zwei Drittel davon sind Schweinefleisch. Die Zahlen nehmen zwar kontinuierlich ab, jedoch nur gering. So waren es 1991 etwas mehr als 63 Kilogramm, die jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr verzehrte. Die Menge verteilt sich allerdings auf immer weniger Köpfe.

 

Denn die Zahl der Vegetarier nimmt zu. Acht Millionen Deutsche ernähren sich derzeit fleischlos, 1,3 Millionen nehmen sogar gar keine tierischen Produkte zu sich, ernähren sich also vegan. Das teilt Wiebke Unger, Pressesprecherin von ProVeg, auf SZ-Anfrage mit. „Die Zahl der Veganer und Vegetarier wird auch in den nächsten Jahren weiter steigen, denn immer mehr Menschen erkennen die Vorteile einer pflanzlichen Lebensweise für Tiere, Umwelt und eigene Gesundheit“, schätzt sie.

 

Auch in der Gastronomie setzen sich vegetarische Speisen immer mehr durch. Zwar zählt ProVeg derzeit nur 14 rein vegetarische Restaurants in Dresden. Doch der Großteil der Lokale hat zumindest fleischlose Speisen auf der Karte, so Axel Klein, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dresden. Er schätzt, dass dies in 90 Prozent der sächsischen Restaurants der Fall ist. Dass das RajMahal nach nur neun Monaten im Dezember ein zweites Lokal auf der Louisenstraße öffnet, zeigt, dass Vegetarisch im Trend liegt.

 

„Es verstehen langsam viele, dass sie, indem sie anders konsumieren, die Wirtschaft zwingen, Dinge anders zu tun“, sagt Sharma. Fleisch verkaufe sich allerdings noch besser. Es sei deswegen schwer, sich als rein vegetarisches Restaurant zu etablieren. Auf der Louisenstraße hoffen die beiden nun auf mehr Laufkundschaft. Sie sehen es als ihre Aufgabe, vegetarische Kost anzubieten: „Je mehr wir mit dem Thema konfrontiert werden, desto mehr sind wir auch bereit, uns darauf einzulassen“, erklärt Sharma. Er und seine Frau sind jedenfalls nicht nur wunschlos, sondern auch fleischlos glücklich.


authentisch. indisch. lecker.

2 x in Dresden

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RajMahal - indian Restaurant & Shop

- Louisenstr. 60 -

Gastraum von RajMahal - indian Restaurant & Shop (Louisenstr. 60, 01099 Dresden)

Öffnungszeiten

Di-So      11.00-14.30 Uhr

und         17.00-22.00 Uhr

Kontakt

Telefon: +49(0)152-19292000

Email: rajmahal108@gmail.com

Anreise

RajMahal - indian Restaurant & Shop
Louisenstr. 60, 01099 Dresden



RajMahal - indian Restaurant & Lounge

- Förstereistr. 5 -

Außensitzplätze von RajMahal - indian Restaurant & Lounge (Förstereistr. 5, 01099 Dresden)

Öffnungszeiten

Di-Sa     17.00-22.00 Uhr

Kontakt

Telefon: +49(0) 351-87498707

Email: rajmahal108@gmail.com

Anreise

RajMahal - indian Restaurant & Lounge
Förstereistr. 5, 01099 Dresden



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